Der Computer als Chaffeur

Autonomes Fahren in der Debatte

Schon vor vielen Jahren kam das Thema „Autonomes Fahren“ auf. Das selbstfahrende Auto wird kommen. In jedem Fall! Internet- und Autokonzerne liefern sich gerade ein Wettrennen um die beste Technologie und die schnellsten Ergebnisse.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Staus werden vermieden, weil die Autos untereinander kommunizieren und die Passagiere kommen entspannt an, weil sie sich während der Fahrt nicht auf den Verkehr konzentrieren müssen. Rund 90 Prozent der heutigen Autounfälle gehen auf menschliche Fehler zurück. Diese Quote soll sich mit den fahrenden Computern enorm verringern, da diese ohne Emotionen auf Situationen reagieren. Auch die Politik will das autonome Fahren. Offen scheint einzig der Zeitpunkt, zu dem es auf unseren Straßen zur Realität wird. Doch reichen diese Vorteile für Menschen, sich künftig von einem Computer chauffieren zu lassen? Das ist die entscheidende Frage.

Ein Auto, das alleine auf der Autobahn fährt oder in der Stadt! Aber, will man das eigentlich? Ein Beispiel: Schon vor sechs Jahren berichtete Audi, der Konzern werde ein Auto auf den Markt bringen, das alleine fährt, dich warnt, wenn eine Person die Straße überqueren will oder dich aussteigen lässt, wenn du zum Essen gehst, in die Tiefgarage oder einen Parkplatz anfährt und auf Knopfdruck dich dann wieder abholt. Damals, ehrlich gesagt noch Science Fiction, aber heute? Leider immer noch ein wenig. BMW und Mercedes-Benz haben bereits ein Modell präsentiert, das gewissermaßen in Teilen autonom fährt. BMW, den 7er, der sich ganz gut macht. Auf dem Schlüssel wird dir die Reichweite des Benzins angezeigt, die Temperatur im Auto und viel mehr. Mit dem BMW-Active-Assist kann er schon kleine Reichweiten alleine fahren.

Ebenso Daimler, der sich sechs Sekunden alleine fahren lässt und dann piepst, was bedeutet, dass man die Hände ans Steuer nehmen soll. Aber bis jetzt gab es wegen dieser Funktion auch schon Unfälle, wobei einige auch schon tödlich ausgegangen sind.

Erst kürzlich ist ein Tesla-Fahrer tödlich verunglückt. Er ließ es fahren, ohne die Hände am Steuer zu haben. Natürlich fuhr das Auto für kurze Zeit selber, doch als der Warnhinweis kam, er müsse wieder selber fahren, wollte er dies nicht wahrnehmen. Das Auto schaltete die autonome Funktion ab und so crashte das Auto in einen Graben und der Fahrer starb.

Außerdem ist selbst Autofahren doch sehr viel besser als wenn ein Computer es steuert. Voraussichtlich wird Ford in sechs bis zehn Jahren ein autonomes Auto vorstellen und auch andere Autofirmen werden diesem Beispiel folgen. Aber bis es sicher und fehlerfrei funktioniert, wird es wohl noch lange dauern.

Die Politik sollte schon jetzt anfangen, mit den Menschen gesetzliche und moralische Fragestellungen zu diskutieren. Denn am schlimmsten wäre es doch, wenn sich die Technik auf der Straße bewegt und die geltende Gesetze nicht mehr zur Realität passen. Im Raum steht unter anderem die Datensicherheit der Autos. Wer kontrolliert mein Auto? Bin das ich oder kann sich jeder Hacker in mein Auto klinken? Aber auch moralische Fragestellungen wie bei einem unvermeidbaren Unfall: Wie entscheiden die Computer über Sachschäden oder Menschenleben?

Sicher darf es nicht dazu kommen, dass man sich mit Geld im Falle des Falles über die Sicherheit und Gesundheit anderer hinwegsetzen darf. Übrigens: Autonomes Fahren und Spaß am Fahren? Ich meine, nein danke. Das schließt sich aus.