Abitur auf vier Pfoten

Im Abiturjahrgang 2020 sitzt Aragorn, der Hund - kann er bestehen?


Ein Interview mit den Zwillingen Hannah und Sarah zu ihrem treuen Freund und Schulbegleiter, dem Hund Aragorn aus der Abiturklasse:

 

Stöhrenfried:  Warum dürft ihr den Hund Aragorn mit in die Schule nehmen?

Sarah & Hannah:   Aragorn muss immer bei uns bleiben. Er hat immer ein Auge auf uns. Er ist wie eine Krankenschwester.  Entweder wir verlassen uns auf seinen Spürsinn oder wir müssen noch mehr Medizin nehmen. 

Stöhrenfried: Was musstet ihr ihm beibringen, damit er euer Lebensbegleiter sein durfte?

Sarah & Hannah:     Zuerst musste der Hund  die Grundlagen beherrschen, zuverlässig auf Kommandos hören, z.B. „sitz“ - „bleib“ - „bei Fuß“ u.s.w., dann musste er 30 Aufgaben für die Rettungshund-Ausbildung lernen, damit er unseren Gesundheitszustand erkennen und uns warnen kann. Vorzeichen der häufigsten und schlimmsten Auswirkungen unserer Allergien sind ein Vor-Sich-Hinstarren oder ein leichtes Zittern. Der Hund ist darauf trainiert, das sofort zu erkennen. Er schlägt dann Alarm bevor wir es realisieren und kratzt an unseren Beinen. So macht er uns darauf aufmerksam, dass wir bestimmte Tabletten nehmen sollten, damit die Allergien nicht ausbrechen.

Stöhrenfried:   Von welcher Hunderasse ist Aragorn? 

Sarah & Hannah:     Er ist ein Cavalier King Charles Spaniel.

Stöhrenfried:   Welche Ausbildung musste Aragorn noch bestehen?

Sarah & Hannah:   Jedes halbe Jahr müssen wir mit ihm eine vierstündige Prüfung durchlaufen. In dieser Prüfung muss Aragorn sich sehr konzentrieren und alles zeigen, was er draufhat. Wenn wir mit ihm die Prüfung bestehen, dürfen wir Aragorn weiter als Rettungshund behalten. Wenn wir allerdings durchfallen, dann müssen wir Aragorn abgeben und uns einen neuen Rettungshund anschaffen. Damit das gelingt, müssen wir mit ihm täglich ein paar Übungen trainieren.

 Stöhrenfried:   Wie habt ihr Aragorn bekommen?

Sarah & Hannah:     Wir haben viele Jahre in Singapur gelebt. Dort lebt auch heute noch ein Teil unserer Familie. Von dort haben wir auch Aragorn bekommen. Er kam von einem Züchter, der spezialisiert ist auf diese Hunderassen, die für so komplizierte Herausforderungen als Therapiehunde besonders gut geeignet sind. Nach einigen Jahren sind wir dann zurück nach Deutschland gezogen und haben Aragorn auf die Prüfungen hierzulande hin trainiert.

Stöhrenfried:   Wie verhält sich der Hund im Unterricht?

Sarah & Hannah:     Aragorn ist immer so still, dass keiner bemerkt, dass er im Raum ist. Das heißt er liegt ganz brav neben uns und passt auf uns auf.  Um das zu bewerkstelligen, wurde er darauf trainiert, immer ganz unabhängig von fremden Einflüssen und ganz konzentriert bei seiner Arbeit zu bleiben. Er kann z.B. in aller Ruhe auf Befehl einen großen Raum ganz zügig auf dem kürzesten Weg durchqueren, ohne sich dabei von seinem Weg und seinem Ziel ablenken zu lassen. Da werden ihm Hindernisse hingestellt oder Tennisbälle in den Weg geworfen. Aber selbst von großem Krach lässt er sich nicht ablenken. Er bleibt ganz auf seinen Job fokussiert, egal wie groß das Chaos um ihn herum ist. Nur beim Geräusch von Sirenen schlägt er an. Das gehört für ihn als Rettungshund dazu: Wenn ein Notarzt unterwegs ist, schaltet er in seinem Job auf Alarm. Das kommt aber im Unterricht extrem selten vor, einmal z.B. als bei bei einem Video in Geschichte eine Sirene zu hören war.