Roma eterna - Studienfahrt der Q11

05.15 Uhr, der Wecker klingelt. Ich will nicht aufstehen. Doch der Wecker will nicht ruhen! Zwei Stunden später stehen wir alle mehr schlecht als recht am Flughafen, nicht ganz sicher, wer wirklich wach ist oder wer noch unter seiner Sonnenbrille etwas Schlaf nachholt.

Spätestens im Flugzeug aber kommt die Freude auf. Wir fliegen auf Klassenfahrt! In den Süden. In die Weltmetropole Rom. Eine Stadt, die schon vor 2000 Jahren eine Millionenstadt war, muss einen besonderen Geist haben. Man kommt aus einer U-Bahn Station und befindet sich plötzlich auf einem lauten großen Platz, in dessen Mitte ein pompöser Springbrunnen aus der Renaissance zeitlos kunstvoll Wasser spendet. Gegenüber steht eine halbe Ruine aus der Antike, ehemals eine Basilika, die als eine der vielen Kirchen Roms genutzt wird. Trotzdem die Fassade Verfall ausstrahlt, überrascht das Innere durch zeitlose, aus der Renaissance stammende, kunstvoll inszenierte Gottesverehrung. Doch dieser Hort der Stille und Besinnlichkeit trügt. Nur wenige Meter weiter fährt eine Nonne im dichten Verkehr auf ihrem, für Rom typischem und das Stadtbild prägendem,

Motorino vorbei. Vielleicht auf dem Weg in den Vatikan? Doch trotz des eigentlich besinnlichen Zweckes findet man auch dort vieles, nur keine Stille. Hat man die wartende Schlange auf dem Petersplatz überwunden und befindet sich endlich auf den steilen Treppen hin zur Himmelskuppel des Petersdoms, findet man wenigstens hier einen kurzen Moment der Ruhe und kann einen umwerfenden Blick über Rom werfen. Erst hier oben, vielleicht weil man das erste Mal zu Atem kommt, realisiert man wie atemberaubend der Petersdom und der Petersplatz doch sind.

Doch das muss auch schon wieder reichen an Ruhe, in der ständig hektischen und lauten Metropole. Auf dem Weg nach unten, um sich in das Gemetzel im Petersdom zu stürzen, werden noch Postkarten mit Papstmotiven und andere Souvenirs feil geboten. Man hatte fast vergessen, dass selbst der Vatikan nicht vor der überall präsenten Konsumgesellschaft schützt. Voll getankt von Geistlichkeit treibt es uns, in einer Stadt in der Spiritualität auf verschiedenste Weise groß geschrieben wird, in eines der vielen Straßenlokale um Pizza, Pasta und

Tiramisu zu genießen. Dieses Flair der Straßenlokale, die zur Mittagsstunde noch schläfrig dösen und erst im Laufe des frühen Abends richtig erwachen, ist genauso wie die vielen Kirchen und das hektische Gewusel auf den Straßen das Herz und die Seele dieser so einzigartigen Stadt. Doch was wäre Rom ohne Antike? Sicher nicht das, was es heute so einzigartig macht. Dass man an jeder Ecke ein über 2000 Jahre altes Gebäude antrifft, über Steine läuft, auf denen schon Sklaven stolperten, oder in der überfüllten Metro nur wenige Meter an der nächsten Ausgrabungsstädte

vorbeischeppert. Wohin man auch schaut, die Jahrtausende voller Geschichte sind überall gegenwärtig.